17.11.2014

100 Prozent Hilfe

Das große Spenden beginnt: Die Aktion 100 000 und Ulmer helft startet nach dem stolzen Vorjahres-Ergebnis von mehr als 900 000 Euro in die 44. Benefiz-Saison. Bis Ende Januar legt sich die SÜDWEST PRESSE gemeinsam mit der Stadt Ulm ins Zeug, um möglichst viel Geld für Notleidende und soziale Projekte in Ulm, Neu-Ulm und den angrenzenden Landkreisen zu sammeln.

Natürlich geht es uns gut. Im Vergleich zu den Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten rund um den Globus jammern wir, hier im Speckgürtel Deutschlands, auf Plateau- Niveau. Aber "wir" sind nicht alle: Schaut man genau hin, ist die Not erschreckend größer als gedacht. Auch vor der eigenen Haustür, in Ulm, Neu-Ulm, im Alb-Donau-Kreis und Landkreis Neu-Ulm. Doch hier ist die Hilfe nah: Die Aktion 100.000 und Ulmer helft fängt im 44. Spendenjahr Menschen auf, die bereits durchs soziale Netz gefallen sind. Und sie spannt zusätzliche Seile ins Geflecht, in dem sie gemeinnützige Projekte fördert. Die Kraft der direkten Hilfe ist stark: Mehr als umgerechnet zwölf Millionen Euro hat die Benefiz-Initiative seit 1971 gesammelt, fast eine Million davon allein im vergangenen Jahr.

 

Bei der so gut wie beispiellos beispielhaften Solidaraktion sind alle mit Elan dabei - von der Schulklasse mit ihrem Benefiz-Basar über die Firma mit der dicken Geldspende bis zur Laientheatergruppe, die für den guten Zweck ein Stück in Mundart aufführt. Und das Tolle ist: Jeder Cent, der reinkommt, geht an Notleidende raus. Die Aktion 100.000 und Ulmer helft hat einen Wirkungsgrad von 100 Prozent! Keinerlei Verwaltungskosten. Das ist für eine Spendeninitiative dieser Größenordnung geradezu einmalig und nur deshalb möglich, weil die Stadt Ulm und die SÜDWEST PRESSE einige ihrer Mitarbeiter für die heiße Phase des Spendensammelns freistellen. Und auch, weil um Aktionsleiter Karl Bacherle viele ehrenamtliche Kräfte unermüdlich im Einsatz sind.

 

Die Zentrale der Aktion 100.000 und Ulmer helft sitzt unter Schirmherrschaft von SÜDWEST PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker im Medienhaus (Schirmherr-Pendant von Ulmer helft ist OB Ivo Gönner). Dort gehen die Spendenanfragen und Hilfsangebote ein, wird mit den Menschen gelitten und sich gefreut, wenn Plüschtiere für Kinder abgegeben werden oder jemand stundenweise Alltagsunterstützung für Kranke anbietet.

 

Das Spendensammeln ist das eine. Dafür zu sorgen, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, das andere. Rechtzeitig vor Weihnachten werden rund 1500 Schecks verschickt, damit sich Bedürftige mit einer Kleinigkeit beschenken können. Besonders gravierende Lebensumstände werden immer samstags auf der Aktions-Extra-Seite beschrieben. Und zwar anonymisiert, damit die Menschen mit ihrem Leid nicht ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem vom Schicksal hart getroffene Menschen still erdulden - vielleicht, weil sie zu schwach sind, um Hilfe zu rufen oder sich gar ihrer Notlage schämen. Da sind wir auf Tipps aus der Umgebung angewiesen. Andere wiederum melden sich laut und haben es eigentlich nicht nötig. Ihr Ruf verhallt, denn die Anträge werden von den Sozialexperten der beiden Städte und Landkreise eingehend geprüft.

 

Ob mit Rat und Tat, mit Geld oder Sachspenden, ob verborgen im Hintergrund oder ganz nah am Menschen dran: Miteinander füreinander da sein macht Freude und schüttet Glückshormone aus - wie nach dem Genuss von Schokolade. "Naschen" ist ab sofort ausdrücklich erwünscht. Und es gibt jetzt schon ein Danke dafür. (Text und Bild: Südwest Presse)