02.02.2016

Drittbestes Ergebnis der Aktion 100.000

Schneller, höher, weiter: oder in diesem Fall: mehr Geld. Das Schöne an einer Spendenaktion wie der Aktion 100.000 und Ulmer helft ist, dass es nicht um Rekorde geht. Sondern, dass jeder Euro, der bedürftigen Menschen und sozialen Einrichtungen zu Gute kommt, zählt. Das aktuelle Ergebnis der Aktion 100.000 und Ulmer helft: 851.025 Euro, und damit das drittbeste Spendenergebnis der Aktionsgeschichte.

Stabübergabe oder besser: Spendenschweinchenübergabe: Oberbürgermeister Ivo Gönner (von links) gibt sein Amt als Schirmherr der Aktion an Nachfolger Gunter Czisch weiter, Chefredakteur Ulrich Becker und Geschäftsführer Thomas Brackvogel sehen es mit Wohlwollen. (Text und Bild: SWP)

Diese gewaltige Summe konnten am Samstagabend Thomas Brackvogel, Geschäftsführer der Neuen Pressegesellschaft, SÜDWEST PRESSE-Chefredakteur Ulrich Becker, Aktionsleiter Karl Bacherle und der scheidende Oberbürgermeister und Schirmherr Ivo Gönner beim Winterleuchten-Empfang des Medienhauses im Zeughaus bekannt geben. 

„Das ist ein Zeichen großer Hilfsbereitschaft“, stellte Gönner fest, der zum letzten Mal die Schirmherrschaft innehatte. „Teilen ist ein Grundprinzip unserer solidarischen Weise der Demokratie“, erklärte Gönner und fand Parallelen zwischen dem Auftrag der Aktion und der aktuellen politischen Lage. „Wichtig ist die positiv kämpferische Einstellung für unsere Demokratie. Es gilt, sich nicht wegzuducken, wenn es stürmisch wird.“ Dafür gab es Applaus von den rund 250 Gästen.

Auch sein Nachfolger im Rathaus und in der Funktion als Schirmherr, Gunter Czisch, sprach im Gespräch mit Chefredakteur Ulrich Becker von der großen Solidarität der Ulmer Bürger – auch gegenüber den Flüchtlingen. Trotzdem müsse man den Bürgern zeigen, dass „wir versuchen, wieder Ordnung zu schaffen“. Auf die Frage nach einer Obergrenze für die Stadt antwortete Czisch: „Ich halte nichts von plakativen Zahlen.“ Die Menschen fühlten sich aber in ihrem Sicherheitsbedürfnis betroffen und hätten Sorgen. „Wir sollten in Ruhe Maßnahmen ergreifen und einen Mittelweg einschlagen.“ Die Ulmer müssten in den kommenden Jahren Geduld mitbringen, vor allem im Verkehr. In Sachen Sperrstunde ließ er bei den Befürwortern einer Verlängerung dieser Hoffnung aufkommen. Mitte Februar werde darüber im Gemeinderat diskutiert. „Es gibt einen Plan, der, glaube ich, auf viel Sympathie stoßen wird.“ Wichtig sei, dass man den wenigen, „die den Stunk machen“, Einhalt gebiete. 

Auch Thomas Brackvogel ging auf die Flüchtlingsthematik ein. Eines, der drei Themen, die ihn gerade besonderes umtreiben. Erstens: „Wie gehen wir mit den Menschen um, deren Flucht bei uns endet“. Zweitens, dass viele eher den Gerüchten im Internet glauben als den etablierten Medien, Stichwort: Lügenpresse. Drittens: dass der SSV 1846 Fußball in die Dritte Liga aufsteige. Er erinnerte auch daran, dass das „Winterleuchten“ im vergangenen Jahr unter den Eindrücken der Anschläge auf die Satirezeitung Charlie Hebdo standen. „Wir hatten Hoffnung, dass sich die Dinge zum Besseren wenden“, blickte er zurück. Diese habe sich aber nicht erfüllt. Vielmehr komme eine Zeit der Bewährung auf Deutschland zu. „Wir müssen uns auf schwere Zeiten einrichten.“ Nach 70 Jahren der Rechtsstaatlichkeit, müsse man nun bereit sein, diese zu verteidigen. 

Zurück zur Aktion. Bacherle bedankte sich bei Gönner für die langjährige Unterstützung. Unter seiner Schirmherrschaft seien knapp zehn Millionen Euro für den guten Zweck zusammengekommen.