19.03.2015

Eine Million Euro für die Weiterbildung

Das seit dreieinhalb Jahre erfolgreiche Weiterbildungsprojekt „Modular zum Master – Mod:Master“ der Universität Ulm wird für weitere zweieinhalb Jahre gefördert: Die School of Advanced Professional Studies (SAPS, Zentrum für berufsbegleitende universitäre Weiterbildung) der Uni Ulm erhielt in diesen Tagen den Förderbescheid des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von rund einer Million Euro. Damit können die Projektarbeiten über den 31. März fortgesetzt werden.

Prof. Mischa Seiter, künftiger Leiter des Studiengangs Business Analytics. Foto: privat

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Modulen für den neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Business Analytics“ der Universität. Ziel des Studiengangs ist es, Studierende auf den souveränen Umgang mit „Big Data“ im Unternehmenskontext vorzubereiten. Dazu werden passgenaue Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften vermittelt.

 

Prof. Dr. Mischa Seiter, der künftige Leiter des neuen Studiengangs, betont: „Business Analytics wird Experten im Umgang mit dem Phänomen Industrie 4.0 hervorbringen - sozusagen den ,Wirtschaftsingenieur von Morgen!‘ Künftig wird nicht mehr das Werkstück im Mittelpunkt stehen, sondern dessen digitales Abbild und dafür werden neuartige Instrument zur Unternehmenssteuerung benötigt.“ Ein Konzept, das offensichtlich auch beim BMBF sehr gut ankam. Für den Studiengang „Business Analytics“ werden dafür nun Module aus bisher nicht in berufsbegleitenden Studiengängen engagierten Fachdisziplinen der Mathematik und der Informatik entwickelt und erprobt.

 

Auch Prof. Dr.-Ing. Hermann Schumacher, wissenschaftlicher Leiter der SAPS und verantwortlich für die erfolgreiche Antragstellung, freut sich über diese Entwicklung: „Im Studiengang ,Business Analytics‘“ werden wir auch auf Lerninhalte des berufsbegleitenden Masterstudiengangs ,Innovations- und Wissenschaftsmanagement‘ zurückgreifen, den wir in der ersten Phase unseres Projekts aufgebaut haben und ab dem laufenden Sommersemester gebührenpflichtig anbieten. Somit bündeln wir hier unsere Kräfte.“ Allerdings biete die SAPS nicht nur komplette Studiengänge an. Die einzelnen, in sich geschlossenen Module könnten auch als Zertifikatskurse belegt und abgeschlossen werden. Künftig seien auch Abschlüsse nach dem Schweizer Weiterbildungsmodell wie ein „Certificate of Advanced Studies“ oder ein „Diploma of Advanced Studies“ angedacht.

 

Ein weiteres wichtiges Ziel des Vorhabens ist die Durchführung von Statusseminaren und weiteren Veranstaltungen für die beiden bereits laufenden Studiengänge „Sensorsystemtechnik“ sowie „Innovations- und Wissenschaftsmanagement“, um Weiterbildungsinteressen von Unternehmen der Region auszuloten. Außerdem vorgesehen ist die Etablierung eines bundesweiten Netzwerks der im BMBF-Programm „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ geförderten Projekte, bei dem die SAPS die Federführung für den süddeutschen Raum übernehmen wird. Die Universität Ulm wird damit zu einem von drei Netzwerk-Koordinatoren, neben der Bauhaus Universität Weimar (Mitte) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Nord). Regionale Expertennetzwerke sollen den Erfahrungsaustausch in allen für die Projekte relevanten Themengebieten sicherstellen. Dazu gehört zum Beispiel  die für berufstätige Studierende wichtige Frage, wie beruflich erworbene Kompetenzen für das Studium anerkannt werden können. „Die Tatsache, dass wir für die Leitung des Netzwerks in Süddeutschland ausgewählt wurden, zeigt den Stellenwert, den sich die SAPS gut drei Jahre nach ihrer Gründung bundesweit bereits erarbeitet hat“, so die Einschätzung der SAPS-Geschäftsführerin, Dr. Gabriele Gröger.