10.03.2016

Gute Auslastung bei Evobus

Ein anhaltender Boom im Fernbusgeschäft beschert der Daimler-Bussparte stabile Absatzzahlen in Europa. Für den Evobus-Standort in Neu-Ulm erwartet der Konzern weiterhin eine gute Auslastung.

Text: Südwest Presse Ulm / Bild: Daimler

"Busreisen liegen im Trend." Mit diesen Worten begann Hartmut Schick, Chef der Daimler Bussparte, das Jahresgespräch in Stuttgart. Dieser Trend ist für den Konzern, zu dem auch der Evobus-Standort in Neu-Ulm zählt, extrem wichtig. Denn der Absatz von Reisebussen, die gerade auch im weiter wachsenden Fernbusmarkt zum Einsatz kommen, glich im vergangenen Jahr starke Absatzrückgänge des Konzerns vor allem in Brasilien aus.

Mit einem Marktanteil von rund 55 Prozent ist Daimler Buses unangefochtener Marktführer im deutschen Fernbusgeschäft. "Und das wird weiter wachsen, weil die Strecken jetzt auch ins europäische Ausland gehen und dort auch unsere Busse fahren", ist sich Schick sicher. "Deshalb ist das ein sehr schönes zusätzliches Geschäft." Allein in Deutschland seien die Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 20 Millionen Passagiere gestiegen. 2016 sollen weitere fünf Millionen Kunden hinzukommen. "Inzwischen sind täglich etwa 700 Fernbusse im Einsatz", sagte Schick.

Bei Doppelstock-Bussen, die vor allem auf den Fernbuslinien zum Einsatz kommen, liegt der Marktanteil sogar etwa bei 80 Prozent. Von dem Fernbusboom profitiert vor allem das Neu-Ulmer Evobus-Werk, in dem die Doppelstock-Busse montiert werden. Im vergangenen Jahr lieferte Daimler 250 Stück der zweistöckigen Fahrzeuge in Europa aus.

Insgesamt montierten die 3670 Mitarbeiter, davon 3355 Festangestellte, am Neu-Ulmer Standort rund 2600 Busse der Marken Setra und Mercedes. Das Werk sei ebenso wie das in Mannheim derzeit "sehr gut ausgelastet", erklärte Schick. Die Belastung in den Werken sei aber unterschiedlich. Während bei Stadtbussen die Produktion vor allem im zweiten Halbjahr anziehe, sei es bei den Reisebussen gerade andersherum. "Deshalb haben wir an den Standorten auch flexible Arbeitszeitmodelle", erklärte Schick. Leiharbeiter seien nicht dauerhaft angestellt, sondern punktuell, um Peaks abzufangen.

Für 2016 prognostizierte Schick eine stabile Entwicklung für den Neu-Ulmer Standort. Während die Nachfrage nach Fernbussen weiter steige, erwartet Schick einen leichten Rückgang bei den Stadtbussen