12.02.2015

Guter Start in das neue Jahr

Die regionale Wirtschaft befindet sich zu Jahresbeginn in guter Verfassung. Der Abwärtstrend vom Herbst 2014 hat sich nicht verfestigt. Verbraucher und Unternehmen profitieren von dem niedrigen Ölpreis. Ein schwacher Euro hilft zudem bei Exporten. Die Betriebe blicken daher zuversichtlich nach vorne - wenn auch nicht euphorisch. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Konjunktur im Verlauf des Jahres weiter anziehen wird. Ein Risikofaktor aus Sicht der IHK Ulm bleibt jedoch die Politik.

Ein schwieriges wirtschaftliches und politisches Umfeld hatte im Herbst 2014 dunkle Wolken am regionalen Konjunkturhimmel aufziehen lassen. Das drohende Gewitter blieb jedoch aus. Vielmehr hat sich zu Jahresbeginn die Stimmung nicht nur stabilisiert, sondern sogar etwas aufgehellt. Der IHK-Konjunkturklimaindex, ein Maß für die Lageurteile und die Erwartungen, legt um zwei Prozentpunkte zu und steht bei 124 Zählern.

Vor allem die Gegenwartsindikatoren verzeichnen ein beachtliches Niveau. Umsätze und Ertragslage haben sich in den letzten Monaten leicht verbessert. Rund 45 Prozent der Unternehmen geht es derzeit gut. Weitere 46 Prozent vermelden zumindest eine befriedigende Lage.

Hauptstütze ist dabei weiter der private Konsum. Seit Monaten herrscht in der IHK-Region Ulm mit einer Arbeitslosenquote um die drei Prozent quasi Vollbeschäftigung. Der jüngst spürbar gesunkene Ölpreis stärkt die Kaufkraft der Verbraucher nun noch zusätzlich.

Aber auch die Unternehmen profitieren von den niedrigeren Kosten für diesen Rohstoff. Zudem wirkt sich der schwache Euro positiv auf die Exporte aus. Und für die kommenden Monate werden weitere Impulse aus dem Auslandsgeschäft erwartet.

Folglich steigen auch die Geschäftserwartungen und die Personalpläne wieder leicht an. Das Gros der Betriebe sieht eine Wirtschaftsentwicklung ähnlich dem erreichten, guten Niveau. Etwa ein Viertel geht sogar von einer Verbesserung aus. Die Beschäftigung dürfte trotz eines neuen Rekordstands in den nächsten zwölf Monaten moderat zulegen.

„Die regionale Wirtschaft startet somit zwar nicht euphorisch, aber durchaus zuversichtlich ins neue Jahr. Nach dem Schwächeanfall vor einigen Monaten ist dies eine sehr positive Nachricht. Derzeit spricht vieles dafür, dass die Konjunktur im Verlauf des Jahres sogar weiter anziehen könnte“, kommentiert IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz die Ergebnisse.

Als ein großer Risikofaktor wird jedoch die Politik gesehen. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf internationale Herausforderungen, sondern auch in Bezug auf die nationale Wirtschaftspolitik. Dort fehlt es an Maßnahmen, um die immer noch verhaltene Investitionsbereitschaft der Firmen anzufachen. Vielmehr wurden zusätzliche Belastungen - wie der Mindestlohn oder das Rentenpaket - umgesetzt. Das Investitionsklima hat sich nunmehr sogar weiter eingetrübt. Investiert wird weitestgehend nur, wenn Ersatzbedarf besteht.

„Die Bundesregierung muss daher schnell mit einem Belastungsstopp ein Signal senden. Nur so kann es gelingen, endlich die Investitionsbremse zu lösen. Eine weitere Schwächung der Standortbedingungen hätte fatale Folgen“, appelliert Kulitz an Berlin.

 

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