17.08.2016

Industrie 4.0: Schülerforschungszentrum Ulm doppelt prämiert

Das Schülerforschungszentrum Ulm ist einer von „100 Orten für Ressourceneffizienz und Industrie 4.0“ Ulm. Das SFZ Ulm hatte sich zusammen mit dem Ulmer Medizintechnik-Unternehmen Ulrich Medical, Mitglied der Innovationsregion Ulm, um den mit 10.000 Euro dotierten Preis beworben.

Marc Engelhard, Jannik Münz und Lukas Bohnacker vom SFZ Ulm mit ihrem Beitrag zum Landeswettbewerb "Jugend forscht".

Nicht nur führende Industrieunternehmen können erfolgreich die Schlüsseltechnologien der Zukunft entwickeln. Der Standort Ulm des Schülerforschungszentrums (SFZ) Südwürttemberg gehört seit kurzem ganz offiziell zu den „100 Orten für Industrie 4.0“ und gleichzeitig zu den „100 Orten für Ressourceneffizienz“ in Baden Württemberg und ist damit doppelter Preisträger von gleich zwei Initiativen der Landesregierung. Die offizielle Preisverleihung findet am 7. November im Neuen Schloss in Stuttgart mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut statt.

Das SFZ Ulm hatte sich zusammen mit dem Ulmer Medizintechnik-Unternehmen Ulrich Medical um den mit 10.000 Euro dotierten Preis beworben. Fünf Schüler, die in ihrer Freizeit am SFZ Ulm forschen, erfinden und tüfteln, haben im vergangenen Jahr gemeinsam mit drei Azubis von Ulrich Medical an neuen Methoden gearbeitet, wie die Haltbarkeit von Fräsern durch eine effizientere Nutzung verlängert werden kann, ohne dabei die Bearbeitungszeit eines Werkstücks zu verlängern.

Betreut wurden sie dabei vom Ulrich Medical-Produktionsleiter Dieter Münz, der in seiner Freizeit ehrenamtlich für das SFZ Ulm arbeitet. Die Idee zu einem gemeinsamen Industrie- und Schülerprojekt war auf dem Landeswettbewerb Jugend forscht 2015 in Stuttgart entstanden. „Für unkonventionelle Lösungsansätze fehlt im betrieblichen Alltag oft die Zeit“, gibt der Ingenieur Münz zu. „Aber nicht selten führen genau diese Ideen zu entscheidenden Verbesserungen von Arbeitsabläufen. Da ist es toll, dass Schüler und Azubis am SFZ scheinbar verrückte Ideen einfach mal ausprobieren können.“

Marc Engelhard, Jannik Münz und Lukas Bohnacker vom SFZ Ulm gelang es schließlich, erstmals ein System zu entwickeln, welches die Kräfte und Drehmomente, die beim Fräsen auf ein Werkstück einwirken, ermittelt und dann in Echtzeit die Leistung der Fräs-Maschine an die ermittelten Daten anpasst. Ihr Erfolg ist messbar: Der Verschleiß des Fräsers ist bei ihrem Prototyp bereits um 80 Prozent zurückgegangen und der Effekt könnte außerhalb der Medizintechnik noch stärker ausfallen.

Beim diesjährigen Jugend forscht-Wettbewerb erreichten die jungen Tüftler mit ihrem Projekt auf Anhieb einen zweiten Platz auf Landesebene im Fachbereich Arbeitswelt. (Text: Südwest Presse Ulm)