21.09.2015

MSD Gesundheitspreis für „Komm in das gesunde Boot“

Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker, Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm, nahm als Projektleiter des Gesundheitsförderprogramms „Komm mit in das gesunde Boot“ den diesjährigen MSD Gesundheitspreis stellvertretend für seine erfolgreiche Ulmer Arbeitsgruppe entgegen. Der MSD Gesundheitspreis ist mit 25.000,- Euro dotiert. Getragen wird das nun mit dem 1. Platz ausgezeichnete Gesundheitsförderprogramm von der Baden-Württemberg-Stiftung in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Ulm.

Professor Steinacker (links) bei der Preisverleihung.

Mit dem MSD Gesundheitspreis werden herausragende innovative Versorgungslösungen gewürdigt, die Anreize zur Nachahmung schaffen sollen. Er wird seit 2012 jährlich von einer hochrangig besetzten, unabhängigen Jury verliehen. In diesem Jahr bewarben sich 68 Projekte um den MSD Gesundheitspreis 2015, der unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe stand. Am Mittwoch, 16. September, wurde der Preis in Haar bei München an insgesamt fünf Projekte verliehen.

Anwesend bei der Preisverleihung waren Prof. Dr. Olga Pollatos, Leiterin der Gesundheitspsychologie an der Universität Ulm, und Prof. Dr. Rainer Muche, stellv. Leiter des Instituts für Medizinische Epidemiologie und Biometrie an der Universität Ulm, die beide am Programm beteiligt sind. „Komm mit in das Gesunde Boot“ ist das Programm der Baden-Württemberg-Stiftung zur Gesundheitsförderung von Grundschul- und Kindergartenkindern. Die Kinder sollen die notwendigen Kompetenzen erlernen, um sich ausreichend zu bewegen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und sich gesund zu ernähren.

Das Programm umfasst vorstrukturierte Unterrichtseinheiten, tägliche, einfach durchzuführende Bewegungsübungen und anschauliche Lernmaterialien. Als Identifikationsfiguren dienen die Piratenkinder Finn und Fine, die die Kinder durch zahlreiche Unterrichtsmaterialien – abgestimmt auf die unterschiedlichen Jahreszeiten und mehrere Jahrgangsstufen – begleiten.

„Das Ziel ist immer, die Kinder selbst in Aktion zu versetzen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker, Leiter der Sektion Sport und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und Projektleiter des Programms. „Bei uns sollen nicht die Eltern sagen: ‚Du musst’ – sondern die Kinder sollen sagen: ‚Ich will!’.“

Um das Programm landesweit zu verbreiten, werden Grundschullehrer und Erzieher als Multiplikatoren ausgebildet. Dadurch wird es möglich, vor Ort weitere Lehrkräfte fortzubilden. Seit dem Start des Programms im Jahr 2009 haben bereits 2.579 Lehrkräfte teilgenommen; etwa 65.000 Grundschüler wurden erreicht. Gesundheitsökonomische Analysen des Programmes zeigen, dass das Programm einen erheblichen Nutzen für die Gesundheit und Lebensqualität der Kinder hat. Aktivere und schlankere Kinder sind deutlich seltener krank – und auch die Eltern müssen weniger oft wegen Krankheit des Kindes zu Hause bleiben.