24.09.2015

Reinz mit neuer Produktionslinie

Unser Mitgliedsunternehmen, der namhafte Dichtungshersteller Reinz, hat ein neues Tätigkeitsfeld entdeckt: Steuerplatten für Automatikgetriebe. So wurde im Steinhäule investiert. Das Neu-Ulmer Modell soll auch in China eingesetzt werden.

So sehen die Getriebesteuerplatten aufgereiht nach der Produktion auf der neuen speziellen Fertigungslinie im Steinhäule aus. (Bild Reinz, Text: Südwest Presse Ulm)

Der zum US-amerikanischen Automobilzulieferer Dana gehörende Dichtungshersteller Reinz hat auf dem Werksgelände im Steinhäule in eine neue spezielle Produktionshalle mit Reinraum-Charakter investiert. Reinz stellt dort Getriebesteuerplatten her, wie sie von der Autoindustrie in modernen Automatikgetrieben eingesetzt werden. Wie die Firma mitteilt, unterliegt die Fertigung der Platten „sehr hohen Anforderungen an die Sauberkeit“. Schon winzige Partikel könnten die Platten dauerhaft schädigen. Die Montage erfolgt daher vollautomatisch nach einem neuen Verfahren. Die Investitionssumme wird „mit mehreren Millionen Euro“ beziffert. Täglicher Output: bis 18 000 Stück.

Weil keine Mitarbeiter vor Ort sind, erfolgt die Qualitätskontrolle mittels Kamerasystem. Reinz-Beschäftigte in Spezialkleidung bereiten dann in einem extra Reinraum die fertig montierten Getriebesteuerplatten für den Versand vor.

 

Produktionsleiter Bruno Keller nennt die Anlage in einer Mitteilung einen „Meilenstein“ bei der Fertigung innovativer Dichtungen. Man nutze dafür das Know-how für Zylinderkopf-Dichtungen. Man wertet die neue Produktionslinie als einen wichtigen Schritt zu Sicherung der 1100 Arbeitsplätze im Steinhäule und zum „Ausbau der Technologie-Führerschaft“ von Reinz. So soll ein zweites Dana-Werk in China nach dem Neu-Ulmer Modell die Getriebesteuerplatten produzieren.

Wie es heißt, weisen bestehende Abdichtsysteme für Automatikgetriebe oft Leckagen auf, was man bei Reinz abgestellt habe. Anwendungsbereiche sind außerdem Doppelkupplungsgetriebe sowie stufenlose und automatisierte Handschaltgetriebe. Erste Serienaufträge für einen europäischen Autohersteller seien in Neu-Ulm angelaufen.

 

Bei der Getriebesteuerplatte geht es darum, dass neue Automatikgetriebe in immer kürzeren Reaktionszeiten immer mehr Schaltvorgänge bewältigen – weil auch die Zahl der Gänge zunimmt. Die Schaltzentrale bildet ein Mechatronik-Modul mit elektronischer Steuerung und Hydraulik. Die Steuerung berechnet dabei den besten Gang, die Hydraulik sorgt für die Umsetzung. Die Getriebesteuerplatte direkt am Hydraulikmodul dichtet das System einerseits ab und steuert andererseits über die Kanäle den Durchfluss des Getriebeöls.