16.10.2014

Wissenstransfer[Netzwerk]² des Schwabenbundes

Im Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg „RegioWIN“ um Fördergelder der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg hat die IHK Ulm als Leadpartner des Schwabenbundes ein Regionales Entwicklungskonzept für ein „Wissenstransfer[Netzwerk]²“ eingereicht. Nutznießer des Konzepts sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes in der Region. Sie sollen mit dem Netzwerk ihre Innovationskraft steigern können.

Grafik: IHK Ulm

Die KMU des verarbeitenden Gewerbes sind in der Wettbewerbsregion (Landkreise Alb-Donau, Biberach und Heidenheim sowie Stadtkreis Ulm) mit 9,6% (Baden-Württemberg: 8,7%) überproportional stark vertreten (vgl. Karte)

 

Bestandteil des Netzwerks sind Leuchtturmprojekte an den Hochschulen Biberach und Ulm und an der Universität Ulm. Die Duale Hochschule Heidenheim entwickelt ein Schlüsselprojekt. An der Hochschule Biberach entsteht ein Innovations- und Technologietransferzentrum (ITZ) für die Bereiche Biotechnologie und Gebäudeklimatik/Energiesysteme mit daran angeschlossenem Gründerzentrum. An der Hochschule Ulm wird ein Zentrum für funktionale Sicherheit den kleinen und mittleren Unternehmen dabei helfen, die steigenden Produktsicherheitsanforderungen des Gesetzgebers zu erfüllen. An der Universität Ulm wird ein Zentrum für Modellierung und Simulation entstehen. Dort ist man künftig in der Lage, beispielsweise komplexe Strömungsverhältnisse zu simulieren und die Produktentwicklung mittels 3D-Visualisierung zu unterstützen. Mit Lösungskonzepten für eine sichere Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum setzt sich die Duale Hochschule Heidenheim auseinander.

 

Ergänzt wird das Netzwerk durch zwei Leuchtturmprojekte an den beiden bayerischen Hochschulen Neu-Ulm und Kempten. Der besondere Mehrwert – das Quadrat im Netzwerk – entsteht durch die Vernetzung der Hochschulen mit- und untereinander sowie vor allem mit den mittelständischen Unternehmen in der gesamten Region des Schwabenbundes.

 

Für die Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzepts ist ein Gesamtvolumen von 17,6 Mio. Euro veranschlagt. Im Falle des Erfolgs kommen davon 50 % von der Europäischen Union aus dem EFRE (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) und 20 % vom Land Baden-Württemberg. Die sogenannte Komplementärfinanzierung von 30 % wurde durch die Mitglieder des Schwabenbundes gestemmt. Davon tragen die Industrie- und Handelskammer Ulm 1,93 Mio. Euro, die Stadt Biberach 1,45 Mio. Euro, die Stadt Ulm 1,25 Mio. Euro, der Landkreis Biberach 0,75 Mio. Euro. Hinzukommen eigene Mittel der Hochschulen sowie eine finanzielle Unterstützung des Alb-Donau-Kreises.

 

„Wir sind besonders stolz und dankbar, dass wir mit den Mitgliedern des Schwabenbundes die Komplementärfinanzierung stemmen konnten,“ erklärt Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, die für den Schwabenbund das Entwicklungskonzept federführend ausgearbeitet hat. „Das Konzept liegt nun seit Ende September dem Land zur Prüfung vor. Mittlerweile wurde uns mitgeteilt, dass alle formalen Kriterien erfüllt sind. Jetzt warten wir gespannt auf die Jury-Sitzung im Dezember,“ erläutert Sälzle den weiteren Fortgang.

 

Am 23. Januar 2015 sollen in Stuttgart die Regionen prämiert werden, deren Konzept und deren Projekte eine unabhängige Jury überzeugen. Wird das Wissenstransfer[Netzwerk]² prämiert, folgt die Umsetzung im Jahr 2015.

 

INFO:
Der Schwabenbund ist ein grenzüberschreitender Zusammenschluss von kommunalen Gebietskörperschaften, Regionalverbänden und den Wirtschaftskammern in Bayern und Baden-Württemberg von Heidenheim bis zum Bodensee. Ziel des Schwabenbundes ist es, eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands außerhalb der Metropolregionen durch Vernetzung von Sachthemen, Strukturen und Akteuren als einen der attraktivsten Lebens- und Wirtschaftsräume zu positionieren.