10.09.2015

1,4 Millionen Euro für angewandte Forschung an der Hochschule

An der Hochschule Ulm wird ein Zentrum für angewandte Forschung (ZAFH) eingerichtet. "MikroSens" soll für zunächst drei Jahre an der Weiterentwicklung von Sensoren für industrielle Anwendungen arbeiten und wird mit 1,4 Millionen Euro gefördert. Am Dienstag übergab Wissenschaftsministerin Theresia Bauer Rektor Volker Reuter den Förderbescheid.

Rundgang im Labor: Ministerin Theresia Bauer mit Rektor Volker Reuter und Projektleiter Thomas Walter. (Text und Foto: Südwest Presse)

Worum geht es bei MikroSens? Da gibt es zum einen die technische Ebene der Millimeterwellentechnik: Ein existierender Automobilsensor soll so erweitert werden, dass er auch in ganz anderen Gebieten einsetzbar ist. So könnten zum Beispiel Wasserpegel und Strömungsgeschwindigkeiten berührungslos gemessen werden. Auch auf der Straße könnte die Technik zum Einsatz kommen. Eine Forschungsfrage: Kann man Eisglätte erkennen und Streusalz gezielter einsetzen?

 

Neben der Technik geht es um den Wissenstransfer hin zu Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. So wird unter anderem ein Industriebeirat eingerichtet, damit MikroSens nicht an den Bedürfnissen der Unternehmen im Land vorbeiforscht. Veränderung an bewährten Standorten sei nicht immer einfach, sagte die Wissenschaftsministerin. "Wir brauchen Qualität und Tempo - wir sind ja nicht alleine auf der Welt." Auch an die Zukunft wird gedacht: Am ZAFH Promovierende sollen möglichst in beteiligten Firmen bleiben, wünscht sich Reuter, "und eben nicht abwandern und Baden-Württemberg verlorengehen."

 

Den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften komme bei der Industrie 4.0, also der Kommunikation zwischen Maschinen, eine Schlüsselrolle zu, sagte Bauer. Sie lobte die Kooperation, auf der das Projekt fußt: Neben der koordinierenden Hochschule Ulm sind die Hochschulen Heilbronn und Pforzheim sowie die Uni Ulm beteiligt. "Ohne Kooperationen können wir im Wettbewerb nicht bestehen."

Das ZAFH wird am Institut für Medizintechnik und Mechatronik angesiedelt. Die Fördergelder kommen zur Hälfte vom Wissenschaftsministerium, zur Hälfte aus EU-Mitteln. Theresia Bauer sieht in der Förderzusage eine Auszeichnung: "Das Projekt wurde in einem sehr anspruchsvollen Verfahren ausgewählt. Man hat sich durchsetzen müssen." Die Hochschulen arbeiteten am Lückenschluss zwischen Grundlagenforschung und Praxistransfer auch für den Standort. "Das ist gut für die Forschung, die Studierenden, die Wirtschaft und das Land."

 

Was ist ein ZAFH?

Zentrum für angewandte Forschung Ein ZAFH ist ein hochschulübergreifender Forschungsverbund, zu dem sich mehrere Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) und Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenschließen. Unter Leitung einer HAW bearbeiten die Partner des ZAFH Themen im Bereich der Schlüsseltechnologien und tragen zum Wissenstransfer bei.