09.10.2017

EINSTEIN weckt den Forschergeist

Ein spannendes und abwechslungsreiches Programm weckte beim Jugend forscht-Tag der Innovationsregion Ulm am 4. Oktober bei rund 400 Schülerinnen und Schülern die Lust auf den Wettbewerb Jugend forscht, der unter dem Motto „Spring“ in die nächste Runde geht.

Uni-Präsident Prof. Dr.-Ing. Michael Weber begrüßt die Teilnehmenden beim 6. Jugend forscht-Tag der Innovationsregion Ulm.

Rund 400 Schülerinnen und Schüler aus der Region sowie ihre Lehrkräfte begrüßte Uni-Präsident Prof. Dr.-Ing. Michael Weber beim 6. Jugend forscht-Tag der Innovationsregion Ulm, der in diesem Jahr erstmals an der Universität Ulm stattfand. „Einstein weckt den Forschergeist“, ermunterte Weber die angehenden Jungforscherinnen und Jungforscher zum Forschen und Entdecken und zum Studium an der Universität Ulm, nachdem ihm Uschi Knapp, Geschäftsführerin der Innovationsregion Ulm, einen Steinwürfel, der symbolisch an den berühmten Ulmer Wissenschaftler erinnert, überreicht hatte.  Ein Kurzfilm über den letzten Regionalwettbewerb der Innovationsregion Ulm stimmte dann auf das Thema ein.

Wettbewerbsleiter Jochen Krüger begrüßte Regional- und Landessieger der diesjährigen Wettbewerbsrunde zum Interview. Jannik Münz und Lukas Bohnacker vom Schülerforschungszentrum Ulm belegten nach ihrem Landessieg den 5. Platz im Bundeswettbewerb und erzählten von ihren Erlebnissen in Berlin mit Besuch im Kanzleramt mit Empfang durch die Bundeskanzlerin. Eva Graf und Lea Seiler vom Gymnasium Ochsenhausen gelang mit ihrem Projekt „Eisformationen“ der Landessieg in der Nachwuchssparte „Schüler experimentieren“.  Die beiden berichteten, wie die Teilnahme am Landeswettbewerb der Jungforscher sie motivierte, ihr Projekt ständig weiterzuentwickeln und auch künftig im Bereich Geo- und Raumwissenschaften zu forschen.

Bereitschaft, an seine Grenzen zu gehen
„Leider kann ich selbst nicht mehr am Jugend forscht-Wettbewerb teilnehmen“, knüpfte Prof. Dr. rer.nat. Frank Kargl, Direktor am Institut für verteilte Systeme an der Universität Ulm , schmunzelnd an die Beiträge der Jungforscherinnen und Jungforscher an. Der Dekan für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie ist dennoch seit 2004 in den Wettbewerb involviert – als Juror im Bereich Mathematik/Informatik. Kargl hatte mit seinem Team die Organisation des Jugend forscht-Tags vor Ort übernommen und führte in den darauf folgenden Vortrag von Dr. Lisa Marie Haas ein. Die 33-jährige Entwicklungsingenieurin bei der Robert Bosch GmbH war 2002 selbst Regionalsiegerin und Teilnehmerin beim Landeswettbewerb Jugend forscht. 2016 bewarb sie sich als erste deutsche Astronautin und war eine der Finalistinnen des deutschlandweiten Wettbewerbs, zu dem 400 Frauen angetreten waren. „Weshalb ich mich als Astronautin beworben habe und wie der Arbeitsalltag eines Astronauten auf der ISS aussieht“, berichtete die Physikerin in ihrem Vortrag „Der große Traum vom Weltall“ anschaulich. So erfuhren die staunenden Zuhörerinnen und Zuhörer im voll besetzten großen Hörsaal warum es an Bord der ISS Schwerelosigkeit gibt und von den damit verbundenen Schwierigkeiten bei alltäglichen Dingen wie Haare waschen, Sport machen oder Essen – aber auch von spannenden Experimenten und notwendigen Reparaturen, die zum Arbeitsalltag eines Astronauten auf der ISS gehören. „Es gibt keinen Plan A, es geht immer über Plan B“, beschrieb Haas den Weg, Astronautin oder Astronaut zu werden. Fast alle europäischen Astronauten seien Naturwissenschaftler. „Wichtige Eigenschaften sind Teamfähigkeit, Bereitschaft, an seine Grenzen zu gehen und kritische Situationen zu überwinden. Und dann braucht man einfach noch eine gehörige Portion Glück dazu“. Dr. Lisa Marie Haas wird ihren Traum, Astronautin zu werden, weiterverfolgen. Ob sie ihren symbolischen EINSTEIN, mit dem sich Uschi Knapp bei ihr bedankte, dann mit ins Weltall nehmen wird, steht jedoch noch in den Sternen.

Nach diesem überaus spannenden Vortrag hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich an der Info-Plattform über preisgekrönte Jugend forscht-Projekte und über die Studienmöglichkeiten an der Universität Ulm zu informieren. Bei Führungen durch verschiedene Labors der Uni gab es für die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in die technischen Möglichkeiten und den hohen wissenschaftlichen Standard an der Universität Ulm.

Einen unterhaltsamen Abschluss der Veranstaltung bildete der Science Slam mit vier Projekten von Studierenden der Universität Ulm. Parallel zum Jugend forscht-Tag hatte Landeswettbewerbsleiterin Marianne Rädle eine Auftaktveranstaltung für Betreuerinnen und Betreuer organisiert.

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