01.09.2017

Erneut niedrigste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg

Im Bezirk der Ulmer Arbeitsagentur ist die Zahl der arbeitslosen Menschen zum August um 660 auf 8 740 gestiegen. Der Anstieg um 8,1 Prozent im Vergleich zum Juli ist üblich. Die Arbeitslosenquote steigt zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent an, bleibt damit aber die niedrigste Quote in einem August und die niedrigste im Land. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote im Schnitt bei 3,6 Prozent. Im Landkreis Neu-Ulm beträgt die Arbeitslosenquote 2,4 Prozent.

„Im August nimmt die Arbeitslosenquote immer zu. Zum einen melden sich Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen vorrübergehend arbeitslos“, erklärt Alfred Szorg, Leiter der Agentur für Arbeit Ulm und zum anderen halten sich die Unternehmen während der Betriebsferien mit Einstellungen etwas zurück. Szorg ist zuversichtlich für das restliche Jahr. „Ab September wird die Arbeitslosigkeit wieder spürbar zurückgehen, weil vor allem die jungen Menschen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt sehr gute Chancen haben und nach den Sommerferien zügig eine Anstellung finden werden.“ Der Agenturleiter rechnet bis zum Jahresende mit einer weiteren Abnahme der Arbeitslosigkeit.                                    

Dafür spricht der unverändert hohe Bedarf an Arbeitskräften. Der regionale Arbeitsmarkt ist immens aufnahmefähig und hat mit einem gemeldeten Stellenbestand von 5 990 den höchsten Stand erreicht. Trotz des Ferienmonats sind allein im August 1 700 Stellenangebote neu von den Arbeitgebern gemeldet worden. So konnten selbst im August 810 arbeitslose Frauen und Männer eine Beschäftigung aufnehmen, 14,2 Prozent mehr als im August des vergangenen Jahres. In Monaten außerhalb der Ferien sind es meist mehr als tausend.

Überwiegend suchten der Handel, das verarbeitende Gewerbe wie auch die Gesundheits- und Sozialbranche Personal. Personaldienstleister meldeten etwas mehr als die Hälfte der Stellenneuzugänge. Verstärkt gesucht werden Fachkräfte in den Metall-, Mechatronik- und Elektroberufen sowie im Maschinenbau. Ein großer Bedarf besteht auch an Lagerfachkräften, Verkäufern, Fachkräften für die Hotel- und Gastronomiebranche und Altenpflegern.

Alb-Donau-Kreis. Im Landkreis Alb-Donau stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 auf 2,8 Prozent. Das ist der drittniedrigste Wert im Land. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,1 Prozent. 3 100 Menschen waren im August arbeitslos und über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind knapp 200 Menschen mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 280 Personen zurück.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren rund 2 700 Menschen über die Arbeitsagentur (1 200) und das Jobcenter (1 510) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Zum Juli sind das 220 Frauen und Männer mehr. Nimmt man den August des Vorjahres zum Vergleich, nahm die Zahl der Arbeitslosen um 370 ab. Das zeigt auch der Blick auf die Arbeitslosenquote: Sie steigt im August um 0,3 auf 3,9 Prozent, im Vorjahr lag die Quote bei 4,5 Prozent.

Landkreis Neu-Ulm. Wie erwartet kletterte im August die Arbeitslosenquote im Landkreis Neu-Ulm auf 2,4 Prozent (Vormonat 2,2 Prozent, Vorjahr 2,5 Prozent). Richard Paul, Leiter der Donauwörther Arbeitsagentur, nennt drei Gründe für den relativ hohen Anstieg der Arbeitslosenzahl von über 210 Personen: „Es ist Ferienzeit in Bayern und so sind auch Personalentscheider häufig im Urlaub. Dementsprechend erfolgen weniger Neueinstellungen. Anstehende Entlassungen erfolgen außerdem oftmals vor den Sommerferien“. Als dritten Grund für den Anstieg der Arbeitslosenzahl nennt er den Anstieg der Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren. Im August erhöhte sich ihre Anzahl noch einmal deutlich um 68, oder mehr als 28 Prozent, auf nun 308 Personen. Ihre Arbeitslosenquote ist damit auf 2,9 Prozent gestiegen. „Dieser Anstieg im August ist jedoch ein alljährliches Phänomen und ein Großteil dieser jungen Menschen wird sicherlich nur für kurze Zeit arbeitslos gemeldet bleiben. Viele haben uns schon signalisiert, dass sie bereits eine Arbeitsstelle in Aussicht haben, oder ab Herbst eine weiterführende Schule besuchen beziehungsweise ein Studium beginnen werden.“ erläutert Richard Paul, die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. Im August waren 2.389 Personen im Landkreis Neu-Ulm arbeitslos gemeldet.

Im August 2017 gab es 1.695 offene Stellen zur Besetzung (plus 58 zum Vormonat). Neu wurden in diesem Monat 520 Stellen gemeldet, 88 mehr als im Juli. Unverändert hoch ist die Arbeitskräftenachfrage im Landkreis Neu-Ulm in folgenden Bereichen: Produktion und Fertigung, Metallbearbeitung, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen, Elektroberufe, Lagerlogistik und Fahrzeugführung, Handel, Vertrieb, Verkauf, Bau und Baunebengewerbe (z.B. Klempnerei und Installation), Gastronomie (z. B. Köche, Servicekräfte,), Altenpflege, Physiotherapie, Erziehungsberufen und Friseure. Über 39 Prozent der Stellen wurden von Arbeitnehmerüberlassungsfirmen gemeldet.

 

Agentur für Arbeit Ulm
Arbeitsmarktbericht August 2017

Agentur für Arbeit Donauwörth
Arbeitsmarktbericht August 2017