15.08.2017

Gardena: Von Rekord zu Rekord

Die Ulmer Gartengeräte-Marke Gardena eilt von Rekord zu Rekord: Im vergangenen Jahr wurde mit einem Umsatz von 537 Millionen Euro bereits ein bisher nie erreichter Höhenflug unternommen. Und auch im laufenden Geschäftsjahr zeichnet sich ein Superlativ ab: In der ersten Jahreshälfte wurden Waren für 421 Millionen Euro verkauft, wie bei der Vorstellung der kommenden Neuheiten am Ulmer Stammsitz am Mittwoch bekannt gegeben wurde. Dies entspricht einem Wachstum von zehn Prozent.

Der Umsatz von Gardena stieg in der ersten Jahreshälfte 2017 gegenüber der Vorjahresperiode um zehn Prozent auf 421 Millionen Euro. 2018 soll dieser neue und sehr kleine Mähroboter für erneutes Wachstum sorgen. Foto: Gardena

Wie Sascha Menges, Standortleiter und der Chef der Gardena Division innerhalb der Husqvarna Gruppe, erläuterte, entwickelt sich das Ulmer Traditionsunternehmen seit der Übernahme durch den schwedischen Konzern prächtig: Allein seit 2014 stieg der Umsatz um 19 Prozent.

In den deutschen Werken, die alle rund um Ulm liegen, seien in den vergangenen drei Jahren deutlich über 100 Millionen Euro investiert worden. „Wir glauben an ’Made in Germany’“, sagt Menges. Deshalb werde für moderne Produktionsanlagen wie etwa im Bereich Spritzgusstechnik viel Geld ausgegeben. Auch die Belegschaft wächst: An den deutschen Standorten seien in den vergangenen drei Jahren 230 neue Stellen geschaffen worden. Aktuell beschäftigt das Unternehmen damit rund 1850 Mitarbeiter in der Region, davon 1000 direkt am Ulmer Stammsitz.

Ein Ende der Wachstumsmöglichkeiten sieht Menges längst nicht. Beispielsweise werde derzeit Großbritannien, das Mutterland der Gartenkultur, verstärkt bearbeitet. Gardena sei hier zwar immer präsent gewesen, aber in Sachen Marktstellung gebe es Luft nach oben. Mit Hilfe einer umfassenden Marketingkampagne ändere sich die Stellung trotz Brexit derzeit. So war die Ulmer Firma etwa das erste mal mit zwei Ständen bei der prestigeträchtigen Chelsea Flower Show in London präsent, die von der Royal Horticultural Society (RHS) veranstaltet wird.

Smart Systems für den passiven Gärtner
Wachstumspotenzial bietet aus Sicht der Ulmer Gartenfachleute insbesondere das Thema Digitalisierung. Noch seien vernetzte Geräte kein Massenmarkt, doch die Entwicklung gehe in diese Richtung. Denn die Menschen wollten immer mehr Grün und sich herum – hätten aber gleichzeitig weniger Zeit und Muse, sich mit den Feinheiten des Gärtnerns zu beschäftigen. Und so kann der eher passive Gärtner per „Smart System“ Bewässerung sowie Rasenpflege programmieren und fernsteuern.

Smart Power heißt eine Neuheit, um beliebige elektronische Geräte in das Gardena-System zu integrieren. Die neuartige Steckdose wird per App gesteuert und kann anhand von Zeitplänen, die am Smartphone erstellt werden, auch als Zeitschaltuhr genutzt werden, beispielsweise für Gartenbeleuchtung, Wasserspiel oder Teichpumpe.

Als einen Einstieg in den Massenmarkt für Mähroboter sieht Martin Lienhard der „Global Product Manager“ den „Sileno City“, der im Januar kommende Jahres in den Läden steht. Mit 800 Euro kostet er 250 Euro weniger als das bisherige Einstiegsmodell.

Der neue Mähroboter sei mit einer maximalen Flächenleistung von 250 bis 500 Quadratmetern (je nach Modell) für den kleinen Reihenhausgarten geeignet. Mit 70 Neuheiten bereichert die Firma Gardena ihr gut 1200 verschiedene Produkte umfassendes Sortiment. Stark ansteigend sei die Sparte von Elektrogeräten mit Akkus, die bereits 70 Prozent der E-Sparte ausmachten. Neu ist, dass Gardena mit einem variablen Akku System auf den Markt geht.

Je nach Anwendung kann zwischen 18 Volt und 40 Volt die Teleskop-Heckenschere, Rasenmäher oder Trimmer betrieben werden. Ein Jubiläum feiert zudem Gardena im kommenden Jahr: 1968 begann in Ulm die Revolution in der Gartenbewässerung mit einem Kunststoff-Klick. Seit 50 Jahren steht das „Original Gardena System“ in den typischen Farben Orange und Grau weltweit für die Bewässerung im Garten. Die neue Generation der Spritzen, Brausen und Gießstäbe ist im Gegensatz zur den Urvätern frostsicher. (Text: Oliver Helmstädter/Augsburger Allgemeine)