10.07.2017

Geschafft! Sechs Höhlen im Ach- und Lonetal sind UNESCO-Welterbe

Die sechs Fundhöhlen der Eiszeitkunst im Achtal und Lonetal (Alb-Donau-Kreis / Landkreis Heidenheim) sind am Sonntag, 9. Juli 2017, auf der 41. UNESCO-Welterbe-Komiteesitzung in Krakau zum Welterbe der Menschheit erklärt worden. 35 Stätten waren nominiert.

Eingang zum Geißenklösterle in Blaubeuren: Hier wurde eines der ältesten Musikinstrumente, eine Elfenbeinflöte gefunden.

„Die Verleihung des Welterbe-Status für Höhlen der ältesten Eiszeitkunst ist eine fantastische Nachricht, mit Schubkraft für unsere ganze Region“, kommentierten die Landräte Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Thomas Reinhardt (Heidenheim) und Oberbürgermeister Gunter Czisch (Stadt Ulm) die in Krakau gefallene Entscheidung der UNESCO. Jetzt gelte es, die Zusammenarbeit für eine gut vernetzte touristische Präsentation der Höhlen und Präsentationsorte der Eiszeitkunst in der Region deutlich zu verstärken. „Wir wollen gemeinsam noch mehr Menschen diese einzigartigen Werke in unserer Region nahebringen. Dafür stehen wir in den Startlöchern“, erklärten beide Landräte und der Oberbürgermeister. Eine gemeinsame Werbekampagne sei bereits in Auftrag gegeben.

Die Anerkennung als Welterbe-Stätte betrifft die Höhlen Hohle Fels (Schelklingen / Alb-Donau-Kreis), Geißenklösterle und Sirgenstein (Blaubeuren / Alb-Donau-Kreis) – alle im Achtal gelegen – sowie die im Lonetal gelegenen Höhlen Bockstein (Rammingen / Alb-Donau-Kreis), Hohlenstein (Asselfingen / Alb-Donau-Kreis) und Vogelherd (Niederstotzingen / Landkreis Heidenheim). Sie sind als Welterbe-Stätte nun den Pyramiden von Gizeh, der Großen Mauer in China, der Inka-Bergfestung Machu Picchu in Peru oder in Deutschland dem Speyerer Dom sowie den Altstädten von Lübeck und Regensburg gleichgestellt.

Eine Werbekampagne für die sechs Fundhöhlen und die Präsentationsorte wurde bereits auf den Weg gebracht. Präsentationsorte in der Region sind das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren, als Schwerpunktmuseum des Landes Baden-Württemberg für die Altsteinzeit, der Archäopark Vogelherd bei Niederstotzingen und das Museum Ulm, das den Löwenmenschen beherbergt.

Ein Kultursprung vor 40.000 Jahren am Rande der Schwäbischen Alb (Region Alb-Donau-Kreis/Ulm/Heidenheim)

Dort, wo sich die Schwäbische Alb dem Alpenvorland zuneigt, hat sich vor 40.000 Jahren ein gewaltiger Sprung in der Entwicklung hin zum modernen Menschen ereignet. In der Region nahe Ulm, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Heidenheim fing der eiszeitliche Mensch an, figürliche Darstellungen von Tieren und Menschen sowie die weltweit ersten Musikinstrumente zu erdenken und zu erschaffen.

Die ältesten figürlichen Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit wurden von Archäologen in mehreren Höhlen entdeckt, im Achtal bei Schelklingen und Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) sowie im Lonetal (Alb-Donau-Kreis/Landkreis Heidenheim).

Die wichtigsten Fundorte sind die Höhlen Hohle Fels, Geißenklösterle und Sirgensteinhöhle (Achtal) sowie Bocksteinhöhle, Hohlenstein und Vogelherdhöhle (Lonetal).

Die ersten Darstellungen von Menschen, Tieren und Mischwesen sind Beleg für die Entstehung des modernen menschlichen Geistes, der sich in Kunst, Symbolen, Musik, Ritualen und Glaubensvorstellungen ausdrückte.

Herausragende Funde – in der Region ausgestellt

Zu den bekanntesten Funden, die in Museen in der Region besichtigt werden können, gehören der Löwenmensch aus dem Hohlenstein (Museum Ulm), die „Venus aus dem Hohle Fels“ (Urgeschichtliches Museum Blaubeuren), das Mammut aus dem Vogelherd (Archäopark Vogelherd Niederstotzingen), der Wasservogel aus dem Hohle Fels (Urgeschichtliches Museum Blaubeuren).

Diese Skulpturen aus Mammutelfenbein haben ein Alter von rund 40.000 Jahren und eine Größe von vier bis sechs Zentimetern (der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel hat eine Höhe von 31 Zentimetern).

Die ältesten Musikinstrumente, Flöten aus Vogelknochen oder Mammutelfenbein, sind im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren zu sehen, beispielsweise die Elfenbeinflöte aus dem Geißenklösterle.