03.09.2018

Hilfestellung auf dem steinigen Weg zur Professur

Wissenschaft ist manchmal ein hartes Brot. Damit sich der akademische Nachwuchs daran nicht sprichwörtlich die Zähne ausbeißt und besser gewappnet ist für die großen Herausforderungen einer wissenschaftlichen Karriere, gibt es an der Universität Ulm nun die Nachwuchsakademie „ProTrainU“

Junge Forscherin an der Uni Ulm (Foto: Elvira Eberhardt)

Das neu eingerichtete „Graduate & Professional Training Center Ulm“ (ProTrainU) kümmert sich um die fachübergreifende wissenschaftliche Weiterbildung von Doktoranden, Postdoktoranden und Nachwuchsgruppenleitern aus allen Fakultäten. „Wir wollen Anlaufstelle sein für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den entscheidenden Phasen ihrer akademischen Laufbahn, also von Beginn der Promotion an bis zur Erstberufung auf eine Professur“, erklärt Professor Michael Kühl. Der Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie ist Leiter der Nachwuchsakademie „ProTrainU“.

Der Auftrag der Nachwuchsakademie besteht darin, fachunabhängige Schlüsselkompetenzen zu vermitteln, die für den akademischen Betrieb unabdingbar sind. Während in der Promotionsphase die Optimierung der fachlichen Betreuung im Vordergrund steht, sollen Postdocs und Gruppenleiter insbesondere von Mentoring- und Coaching-Angeboten profitieren, die speziell auf ihre Situation und die jeweilige Karrierephase zugeschnitten sind. Wie werbe ich Drittmittel ein und wie schreibe ich Anträge? Was muss ich beachten, wenn ich meine Forschungsergebnisse erfolgreich veröffentlichen will? Hinzu kommen Themen wie Management und Führungsverantwortung.

Weiterbildungsmaßnahmen bündeln und ergänzen

An der Universität gibt es bereits zahlreiche Einrichtungen, die für den Nachwuchs interessante Qualifizierungsmaßnahmen anbieten. „Unsere Aufgabe wird es sein, all diese Weiterbildungsmaßnahmen zu bündeln und für die jeweilige Zielgruppe besser sichtbar zu machen. Wo zusätzlich noch Bedarf ist, wollen wir das Angebot punktuell und gezielt ergänzen“, erläutert Kühl. Im Zentrum „ProTrainU“ sollen die Nachwuchskräfte nicht nur für die Academia fit gemacht werden, sondern auch Qualifikationen erwerben können, die in der freien Wirtschaft wertvoll sind.

„Außerdem brauchen wir eine zentrale Anlaufstelle für Doktoranden und junge Postdocs, falls es mal zum Konflikt mit dem Betreuer oder dem Institutsleiter kommt“, sagt der Biochemiker Kühl. In solchen Fällen wird „ProTrainU“ beispielsweise mit dem Promovierendenkonvent kooperieren. Außerdem wollen die Verantwortlichen aus dem neuen Zentrum heraus ein eigenes Netzwerk für Postdoktoranden anstoßen, das sich speziell um die Interessen und Belange dieser besonders geforderten Jungakademiker kümmert. Die Postdocs stehen karrieremäßig besonders unter Druck, weil sie sich auf dem steinigen Weg zur Professur im Feld profilieren und strategisch platzieren müssen.

Der Impuls zur Gründung der Nachwuchsakademie kam aus dem Uni-Präsidium. „Als Qualitätssicherungs- und Personalentwicklungsmaßnahme hilft ‚ProTrainU‘ dabei, internationale wissenschaftliche Standards im Nachwuchsbereich zu sichern und unsere Nachwuchswissenschaftler für ihren Karriereweg fit zu machen“, ist sich Universitätspräsident Professor Michael Weber mit Forschungsvizepräsident Professor Joachim Ankerhold einig.