12.10.2015

Kunst zur Eiszeitkunst

Am Sonntag, 25. Oktober wird um 11 Uhr im Kulturbahnhof Langenau die Ausstellung "Zeitgenössische Kunst zur Eiszeitkunst II" eröffnet. Die Einführung hält Silke Schuck, Leiterin der städtischen Galerie Stihl in Waiblingen. Die musikalische Umrahmung erfolgt durch die Verbandsmusikschule.

Nach einer sehr erfolgreichen ersten Auflage 2013 zum diesem Thema haben sich der Lonetal Verein und seine Kooperationspartner pro arte Ulmer Kunststiftung und die Stadt Langenau entschlossen, dieses Ausstellungskonzept fortzuführen. Die Einmaligkeit der fast 40.000 Jahre alten skulpturalen Kunstwerke der Eiszeit in dieser Region gibt Anlass genug, die nur ansatzweise vorstellbaren Gedanken der Eiszeit-Künstler aufzugreifen und neu zu interpretieren. Der Lonetal Verein als Kultur- und Förderverein stellt sich der Aufgabe, auch zeitgenössische Künstler zu motivieren, sich mit dieser „Kunst-Zeit“ auseinanderzusetzten. Drei Künstler aus der Region Ulm/Göppingen wurden daher eingeladen, ihre Antworten zu der Eiszeitkunst zu geben.

 

Die Künstlerin Anneliese Hermes hat sich beispielsweise in ihrem Gemälde „Was weiß das Ulmer Münster, was wir nicht wissen“ dem Thema Eiszeit angenommen. Die Farbe Weiß steht für Ruhe und Innehalten aber auch für Geschichte. Es tauchen immer wieder kleine weißleuchtende Inseln im Getöse der expressiven Farbigkeit und kräftigen Pinselstriche auf.

 

Der Begriff „Neoarchaik“ wurde von dem ebenfalls an der Ausstellung beteiligten Künstler Bertram Bartl geprägt. Seit 2001 beschäftigt er sich in Malerei, Druckgrafik und Skulptur mit der von ihm initiierten Kunstrichtung. Die Bezeichnung „Neo“-Archaik bestimmt dabei auch die Vorgehensweise des Künstlers: Wie ein Archäologe arbeitet er, nur umgekehrt – Bartl trägt Schicht für Schicht seiner aus Eisenoxiden angerührten Farben auf die Leinwand auf. So treten die wuchtigen Frauenakte aus dem Bildgrund hervor, werden plastisch, gewichtig.

 

Der Maler, Bildhauer und Performancekünstler Reiner Schlecker setzt sich in seiner neuen Werkreihe mit der formika rufa, der gemeinen roten Waldameise auseinander. Warum hat diese Spezies sich seit Jahrmillionen unverändert erhalten? Jahrmillionen, während derer sich die Vielfalt der Arten entwickelt hat. War es Zufall, war es Absicht der Evolution, ein genau geplanter Stillstand, wie bei den Ulmen, den Moosen und Schachtelhalten?

 

Antworten darauf gibt es in der Ausstellung „Zeitgenössische Kunst zur Eiszeitkunst II“ vom 25. Oktober bis einschließlich 29. November jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr im Kulturbahnhof Langenau. Der Eintritt ist frei.