05.02.2018

Mit dem Schleudersitz in die Wissenschaft

Vier Schüler des Schülerforschungszentrums (SFZ) Ulm haben sich am vergangenen Wochenende bei einem Regionalentscheid für die Deutsche Physik-Meisterschaft German Young Physicits´ Tournament (GYPT) qualifiziert. Toni Beuthan, Fabio Briem, Fabian Henn und Markus Baier vom Robert Bosch Gymnasium Langenau fahren nun zum Bundeswettbewerb, der vom 16. bis 18. Februar im Physikzentrum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Bad Honnef stattfindet.

Markus Baier präsentiert der Jury die Ergebnisse seiner Physik-Forschungen.

Insgesamt hatten sich 14 Schülerinnen und Schüler aus Stuttgart, Heidelberg, Ulm und Bad Saulgau an dem Regionalentscheid beteiligt. Dabei haben die Physik-begeisterten Jugendlichen mehrere Stunden lang in Englisch über ihre Forschungsergebnisse des vergangenen halben Jahres berichtet und sich den Fragen der Jury sowie ihrer Konkurrenten gestellt. Die Jury-Mitglieder, darunter mehrere ehemalige Teilnehmer der Physik-Weltmeisterschaft, waren sich einig, dass das Niveau in diesem Jahr einmal mehr gestiegen war und teilweise bereits über dem der Deutschen Meisterschaft lag. Insgesamt acht Schülerinnen und Schüler durften sich am Ende über eine Einladung zum GYPT freuen.

„Es ist jedes Jahr sehr anstrengend und erfordert ein hohes Maß an Betreuungsaufwand“, sagt Dr. Rainer Reichle, der das SFZ Ulm leitet und dort gemeinsam mit Stefan Brändle und Michael Kern die Schüler auf den Wettbewerb vorbereitet. „Am Ende überwiegt aber immer der Spaß an der Physik. Und die Erfahrung zeigt, dass gute Schüler mit dieser Individualförderung unglaublich viel lernen können. Es ist wie wenn man einen Schüler auf einen Schleudersitz schnallt und ihn mit Höchstgeschwindigkeit in die Wissenschaft befördert.“

Bei den diesjährigen Teilnehmern erhofft sich der Ulmer SFZ-Standort, der gemeinsamen mit einem Schüler vom SFZ Bad Saulgau mit insgesamt drei Teams in Bad Honnef antritt, gute Chancen auf vordere Plätze. Im letzten Jahr war Auguste Medert, eine Schülerin vom Robert-Bosch Gymnasium in Langenau, die Teilnehmerin mit der höchsten Punktwertung beim Bundeswettbewerb. Dadurch qualifizierte sie sich für die Teilnahme an der Physik-WM in Singapur, wo sie mit dem Nationalteam mit einer Silbermedaille den erfolgreichen 6. Platz errang. 

Die jährlich wachsenden Teilnehmerzahlen haben die bundesweit stattfindenden Vorentscheide zur Deutschen Meisterschaft notwendig gemacht. Das dadurch ansteigende Niveau des GYPT soll helfen, die Spitze der jungen Nachwuchsphysiker bundesweit zu fördern. Insbesondere soll der Wettbewerb auch die Redegewandtheit und Kommunikation unter den Jungphysikern fördern. Aus den etwa 100 Schülerninnen und Schülern, die beim GYPT antreten, werden auch in diesem Jahr fünf die Möglichkeit haben, Deutschland bei der Physik Weltmeisterschaft IYPT (International Young Physicits´ Tournament) im Juli in China zu vertreten.