24.07.2018

Weiterer Trumpf für die Bildungsregion

Die Bildungsregion Landkreis Neu-Ulm hat ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Alle ihre beruflichen Schulen verfügen ab dem kommenden Schuljahr über das „Schulprofil Inklusion“. Das gibt es sonst nirgendwo in Bayern. Die Staatliche Fach-ober- und Berufsoberschule (kurz: FOSBOS) Neu-Ulm ist zu-dem die erste Schule ihrer Art im Freistaat, die dieses Quali-tätssiegel erhalten hat.

Von links: Heiko Schleifer (Leiter des Fachbereichs „Schule, Kindergarten, Sport und Kultur“ im Landratsamt Neu-Ulm), Klaus Hlawatsch (Direktor der Berufsschulen Neu-Ulm und Illertissen), Dr. Maike Tholen (Direktorin der FOS/BOS Neu-Ulm), Landrat Thorsten Freudenberger und Reinhard Kauschus (Direktor der Adolph-Kolping-Berufsschule Neu-Ulm).

Neben der FOSBOS Neu-Ulm überzeugten auch die Berufsschulen Neu-Ulm und Illertissen den Expertenrat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus (Staatsminister: Bernd Sibler). Alle drei beruflichen Regelschulen kooperieren bei der Inklusion mit der Adolph-Kolping-Berufsschule Neu-Ulm, einer privaten Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit Förderschwerpunkt Lernen.

Der Unterricht und das Schulleben aller vier Profilschulen orientieren sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Schüler mit und ohne Förderbedarf. Lehrkräfte der Kolping-Berufsschule werden in das jeweilige Kollegium eingebunden. In Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern der allgemeinen beruflichen Schulen gestalten sie vielfältige Formen des kooperativen Lernens.

Ziel und Anspruch ist eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) heißt es dazu: „Unterrichtsformen und Schulleben sowie Lernen und Erziehung sind auf die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf auszurichten. Den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischen Förderbedarf wird in besonderem Maße Rechnung getragen.“ Dafür stattet das Kultus- und Unterrichtsministerium die Profilschulen mit mehr Unterrichtsstunden und Geld aus.

Mit der Verleihung des „Schulprofils Inklusion“ setzt der Freistaat Bayern die Behindertenrechtscharta der Vereinten Nationen (UN) um. Oberstes Ziel ist die gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. In den Profilschulen bündeln sich die Anstrengungen, dieses Ziel auch für junge Menschen mit Beeinträchtigungen zu erreichen.

Der Berufsschule Neu-Ulm (bsnu) und der Adolph-Kolping-Berufsschule Neu-Ulm (AKBS) wurde das „Schulprofil Inklusion“ bereits zu Beginn des Schuljahres 2017/18 verliehen. Die Berufsschule Illertissen (bsi) und die FOS/BOS Neu-Ulm folgen nun zum 1. August 2018.