18.10.2017

Jugend forscht-Sieger Daniel Weiß stellt marktreifes Produkt vor

2011 rauschte er vom 1. Platz beim Regionalwettbewerb der Innovationsregion über den Landessieg durch bis zum Bundessieg. Während der letzten Jahre hat Daniel Weiß aus Bad Saulgau sein damaliges Projekt zu einem marktreifen Produkt entwickelt. Nun hat er seinen Prototyp eines Schweißbrenners mit rotierender Elektrode auf einer Fachmesse vorgestellt.

Daniel Weiß gemeinsam mit Prof. Dr. Schubert, Geschäftsführer von Abicor-Binzel auf der Fachmesse „Schweißen und Schneiden“ in Düsseldorf.

Als Daniel Weiß im Jahr 2005 als Schüler zum ersten Mal im Schülerforschungszentrum (SFZ) in Bad Saulgau auftauchte, ahnten weder er, noch die SFZ-Betreuer, dass er der erste SFZler sein wird, aus dessen Idee ein marktreifes Produkt werden würde. Einige Jahre später hat er nun gemeinsam mit dem Weltmarktführer in Sachen Schweißbrenner „Abicor-Binzel“ aus Gießen den fertigen Prototyp eines völlig neuartigen Geräts mit rotierender Elektrode vorgestellt.

Angefangen hatte alles beim Schweißen in der heimischen Werkstatt. Der Schüler ärgerte sich beim sogenannten WIG-Schweißen über das Festkleben der Wolframelektrode bei einer versehentlichen Berührung mit dem Werkstück. Mühsames Lösen und neues Anschleifen der Wolframelektrode, verbunden mit jeder Menge Zeitverlust, waren die Folge. Die Idee des Schülers: Würde die Elektrode rotieren, könnte das Festkleben der Elektrode verhindert werden.

Mit Hilfe des damaligen SFZ-Leiters Rudolf Lehn war mit dem ehrenamtlichen Patentanwalt des SFZ, Dr. Bautz schnell fachkundige Betreuung gefunden, mit wessen Unterstützung Daniel Weiß das Projekt am SFZ in Bad Saulgau zum Patent anmelden konnte. Beim Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ im Jahr 2011 marschierte die Erfindung über den Regional- und Landesssieg durch bis zum Bundessieg. Der erste Preis beim Artur Fischer-Erfinderwettbewerb, eine Einladung zur Nobelpreis-Verleihung in Stockholm sowie ein Besuch bei der Bundeskanzlerin folgten. Daniel Weiß, der nach der Schule „physikalische Technik“ an der Hochschule Ravensburg-Weingarten studiert hat, bekam ein Angebot der Gießener Firma, die Erfindung gemeinsam weiterzuentwickeln.

„Während meiner Zeit in der Grundlagen- und Vorentwicklung bei „Abicor-Binzel“, konnte ich, neben anderen interessanten Tätigkeiten, die Entwicklung des Schweißbrenners maßgeblich vorantreiben“, sagt Weiß. „Durch die finanzielle Unterstützung des Unternehmens konnten inzwischen alle relevanten Patente weltweit zur Erteilung gebracht werden und der Prototyp, der jetzt vorgestellt wurde, hergestellt werden.“

Mit der persönlichen Vorstellung seiner Erfindung auf der Fachmesse „Schweißen und Schneiden“ in Düsseldorf, der größten internationalen Leitmesse in diesem Bereich, die nur aller vier Jahre stattfindet, hat Daniel Weiß nun dieses Projekt abgeschlossen. „In beratender Funktion werde ich aber natürlich mit dem Projekt verbunden bleiben“, ergänzt der Erfinder, der inzwischen sein Masterstudium in "Technisches Innovations- und Produktmanagement" in Kempten begonnen hat.

Vor allem wird Daniel Weiß auch dem SFZ verbunden bleiben. „Ich bin froh, damals durch Herrn Lehn und das SFZ die Unterstützung bekommen zu haben, ohne die ich dieses Projekt niemals hätte realisieren können“, sagt er. Die Schweißelektrode soll erst der Anfang einer langen Erfinderkarriere sein. An Ideen mangelt es dem 28-jährigen nicht, welcher inzwischen sein viertes Patent angemeldet hat.

„Dank dem durch das SFZ vermittelten Kontakt zur DHBW, war es mir möglich mein zuletzt angemeldetes Patent eines verbesserten Bremssystems als Studienarbeit an der DHBW in Friedrichshafen einzubringen und nun sogar als Dozent zu betreuen. Dabei sollen Simulationen angestellt werden um den Mehrwert bzw. eine mögliche Bremswegverkürzung abschätzen zu können.“