13.12.2016

Verbesserungen im Alltag durch neue Funktechnologie

Die initiative.ulm.digital e.V. hat eine neue Funktechnologie mit dem Namen LoRaWAN in der Ulmer Innenstadt installiert und gestartet. Das offene und für die Benutzer kostenlose Netzwerk bietet den Bürgern der Münsterstadt eine sichere Verbindung für das „Internet der Dinge“.

Nur zwei Monate nach der Ankündigung und Auftaktveranstaltung startet die „initiative.ulm.digital“ mit einer neuen Technologie in Ulm, die es bislang weltweit in sehr wenigen Städten gibt. Entsprechende Antennen für LoRaWAN - kurz für Long Range Wide Area Network - wurden in den vergangenen Tagen auf Hausdächern in der Innenstadt installiert. LoRaWAN ist dem WLAN zwar ähnlich und doch deutlich verschieden: Eine Antenne kann Daten von seinen Sendern bis auf eine Distanz von zehn Kilometern empfangen. Dafür wird mit einer sehr geringen Bandbreite gesendet - optimal für kleine Sensoren und Geräte mit wenig Datenaustausch.

Die Technologie steht jedem Ulmer und Besucher offen und soll somit zum Machen und Experimentieren einladen. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wir sind gespannt, wie die Ulmer dieses Angebot annehmen und umsetzen“, sagte Andreas Buchenscheit, Initiator des LoRaWAN-Projekts und stellvertretender Vorsitzender der initiative.ulm.digital sowie Geschäftsführer der Cortex Media GmbH.

LoRaWAN und seine Sensoren biete eine Vielzahl an Möglichkeiten, „beispielsweise Feinstaubmessgeräte an den Straßen, Staumeldungen in Echtzeit (wichtig für Rettungseinsätze), Hilfe bei der Suche nach einem Parkplatz, Standortsuche für das gestohlene Fahrrad, Wassertemperatur in Badeseen oder Feuchtigkeitssensoren im Schrebergarten“, so Buchenscheit. „Die besten Ideen entstehen aus ganz persönlichen Problemen und Wünschen im Alltag“. Das Netz eröffnet im privaten Gebrauch, vor allem aber auch städtischen Betrieben neue und nützliche Anwendungsbereiche.

Im Dezember – und damit deutlich schneller als geplant – sind schon die ersten Experimente mit dem LoRaWAN möglich. Im Laufe des Jahres 2017 sollen weitere Antennen folgen, um das Netzwerk flächendeckend in Ulm zu installieren. „Damit sind wir neben Städten wie Amsterdam, New York und San Francisco absolute Vorreiter mit dieser Technologie“, so Buchenscheit. Heribert Fritz, Vorsitzender der Initiative, wies auf vielfältige Möglichkeiten der Technologie für Wirtschaft und Industrie hin. „Das Interesse der regionalen Wirtschaft daran ist jetzt schon riesig“. Er wünsche sich nun, dass möglichst viele Interessierte, ob Community, Wirtschaft oder Städte, „das kostenlose Angebot, das wir hiermit zur Verfügung stellen, nutzen und ausfüllen“.

 

INFO

Wer mit Sensoren experimentieren will, kann sich auf der Projekt-Homepage unter lora.ulm-digital.com informieren.