08.12.2016

Zuversichtlich in die Zukunft

Fünf Jahre Ratiopharm-Arena: Das kleine Jubiläum hat es in sich: Am Freitagabend darf Frauenschwarm Eros Ramazzotti seine Fans beglücken, und am Sonntagabend kommt es zu dem Spitzenspiel der beiden derzeit besten deutschen Basketball-Mannschaften. Beides wohl vor ausverkauftem Haus, was die Bedeutung der Ratiopharm Arena in der Doppelstadt herausstellt.

Basketball-Spiele sorgen fast immer für ein ausverkauftes Haus – so wie hier beim Basketball Final Four 2014. Aber auch Kulturveranstaltungen bringen Künstler nach Ulm, die früher wegen einer fehlenden Halle einen Bogen um die Region gemacht haben. (Foto: Lars Schwerdtfeger/SWP)

Genau so sehen es auch die Vertreter der beiden Städte, die vor Jahren die Kooperation mit der Firmengruppe Max Bögl im bayerischen Neumarkt eingegangen sind, um das 28 Millionen Euro teure Projekt zu stemmen. „Wir sind sehr froh, dass die Halle hier steht“, sagte Bürgermeister Albert Obert, der den Neu-Ulm Verwaltungschef Gerold Noerenberg vertrat. Die Zusammenarbeit mit Ulm sei großartig und der Bau der Arena für Neu-Ulm ein großer Schritt gewesen auf dem ehemaligen Volksfestplatz, auch wenn der zeitweise hart umkämpft gewesen sei.

Ulms OB Gunter Czisch nannte die Arena eine Erfolgsgeschichte und ein „deutliches Zeichen für das Zusammenwachsen der Städte“. Vor allem habe man bei der vertraglichen Ausgestaltung aus den Fehlern des Erlebnisbad Atlantis gelernt und mit dem Bauträger und Betreiber einen sehr guten Vertrag geschlossen (siehe Box unten). Die Halle zu bauen, habe Mut erfordert außergewöhnliche Wege zu gehen. Er nannte sie den „Treibsatz“ für den Erfolg der Ulmer Basketballer, von dem er sich Rückenwind für die Fußballer erhofft.

Neu-Ulms Kämmerer Berthold Stier lobte auch die Zusammenarbeit der beiden Städte. Immerhin sei das Projekt nach längerer Zeit der grundsätzlichen Überlegungen dann letztlich schnell realisiert worden. 2007 habe es die Entscheidung zum Standort gegeben, 2009 seien die Arbeiten vergeben und die Halle 2011 eingeweiht worden. Stier: „Wenn wir uns einig sind, können wir sehr schnell arbeiten.“

Für die Betreibergesellschaft hat Geschäftsführer Peter Götz die letzten fünf Jahre „wie im Fluge“ erlebt. Mit der Anzahl von insgesamt 425 Veranstaltungstagen (davon 141 Basketballspiele) und 1,6 Millionen Zuschauer bewege man sich an der Kapazitätsgrenze. Immerhin bedeute ein Veranstaltungstag meist mehrere Tage Auf- und Abbau. „Wir sind ziemlich am Anschlag“, mehr gehe kaum. Mit den ersten Erfahrungen, zeige sich, dass die Größe der Halle für die Region „nicht falsch gewählt“ sei.

Nachdem erst vor Tagen nun auch noch Ratiopharm seinen Vertrag als Namensgeber verlängert hat, können die Städte und der Betreiber wahrlich zuversichtlich in die Zukunft blicken. (Text: Südwest Presse Ulm)